Geschichte

Salzburger Behindertensportverband

Kurze Geschichte:

 Am 10. Juni 1972 wurde ein Proponentenkomitee ins Leben gerufen, in welchem Funktionäre aus dem Kriegsopfer-, Zivilinvaliden-, Schi- und Gehörlosenverband vertreten waren, mit dem Ziel, einen Versehrtensportverein zu gründen. Das Motto lautete: “Sport schützt – Sport nützt”.

Schon in den Jahren und Jahrzehnten zuvor übten behinderte Menschen den alpinen Skilauf aktiv aus und es wurden im Lande Salzburg mehrere Skikurse wie auch Skimeisterschaften ausgetragen. Auch der Gehörlosensport hatte seine Wurzeln schon Jahrzehnte früher.

In den Anfängen des VSV wurde der wöchentliche Übungsbetrieb für ca. 120 Teilnehmer in den Turnhallen der Akademiestraße, im UKH (Unfallkrankenhaus), in der Sonderschule Aiglhof und im Blindenheim angeboten.

Die Büroarbeiten wurden teilweise im Büro des ZIV oder des KOV von den damals tätigen Obmännern August Flegl und Viktor Konderla erledigt.

 Das Amt der Salzburger Landesregierung stellte uns im Jahre 1977 ein Vereinsbüro in der Nonntaler Hauptstr. 86 – 5020 Salburg, zu günstigsten Bedingungen zur Verfügung, welches auch heute noch genutzt wird.

 In der Generalversammlung am 24. März 1979 wurde Roland Prucher zum ersten Mal zum Obmann des damaligen Versehrtensportvereines des Landes Salzburg gewählt und diese Funktion ist bei ihm bis heute hängen geblieben. Zusammen mit dem Obmann-STV. Dr. Max Ott und weiteren ehrenamtlichen Funktionären nahm der Versehrtensport im Land Salzburg in vielen Bereichen eine äußerst positive Entwicklung. Das Büro gestaltete sich zur zentralen Anlaufstelle des Vereines und in ihm fungierte Frau Elisabeth Ott 25 Jahre hindurch – mit einer kurzen Unterbrechung – häufig als erste Ansprechpartnerin in Fragen des Behindertensportes. 

 Um den Übungsbetrieb zu sichern konnte bereits im Jahre 1984 durch die AUVA Allgemeine Unfallversicherungsanstalt ein Benützungsvertrag mit der Turn- und Sportunion Salzburg für 20 Jahre abgeschlossen werden. Durch die Zunahme der Mitgliederzahlen mussten neben der Einstellung von weiteren Fachkräften auch neue Trainingsstätten angemietet werden. Hier war es wiederum die AUVA die mit einem Kostenaufwand von ÖS 19 Mill. ab 1986 Benützungseinheiten im ULSZ Universitäts- und Landessportzentrum in Rif/Hallein für Behindertensportler 20 Jahre lang zur Verfügung stellte, womit ein ordnungsgemäßer Trainingsbetrieb sichergestellt werden konnte. Beide Verträge konnten zeitgerecht verlängert werden und an Stelle der Sportunion befinden sich seit Ende 2008 Trainingsmöglichkeiten im neu erbauten Sportzentrum Salzburg/Mitte.

 Zu Beginn der 80er Jahre wurden in den Bezirken des Landes Salzburg wie z.B. im Lungau, Pinzgau und Pongau eigene Versehrtensportsektionen gegründet. Nachdem zu Beginn der 90er Jahre der VSV mehr als 400 Mitglieder in allen Teilen des Landes zählte, wurde die Idee umgesetzt, die Sektionen in den Bezirken sowie die behinderungsspezifischen Gruppierungen in eigene Vereine umzuwandeln und die Landesorganisation zu einem Landesverband umzugestalten. Der VSV wurde mit Ende 1991 aufgelöst und an seine Stelle trat der neu gegründete Behindertensportverband Salzburg. Weiters gründeten sich im Jahre 1991 die Behindertensportvereine für die Bezirke Lungau, Pinzgau und Pongau wie auch die Vereine für Blinde, Cerebralparetiker und Amputierte, Rollstuhlfahrer und Skiclub. Hinzu kam der Gehörlosensportverein.  Heute zählt der BSV Salzburg 16 Vereine und Sektionen als Mitglieder, die insgesamt nahezu 600 behinderte Sportlerinnen und Sportler repräsentieren.

 Auf Landesebene gelang es, den Behindertensport in der Landessportorganisation gut zu verankern und Obmann Prucher wurde schon zum 3. Mal in den Landessportrat gewählt.

 Zu den vordringlichsten Aufgaben unseres Sportverbandes gehört es einerseits die einzelnen Vereine und Sektionen bei der Organisation für den regelmäßigen, wöchentlichen Sportbetrieb zu unterstützen und die Voraussetzungen hierfür zu schaffen, andererseits nationale und internationale Sportveranstaltungen zu organisieren und durchzuführen. So werden alljährlich eine größere Anzahl von Landesmeisterschaften und Österreichischen Staatsmeisterschaften in den unterschiedlichsten Sportarten für die verschiedenen Behinderungsarten ausgerichtet und eine Reihe von international renommierten Veranstaltungen wie im Tennis und Basketball der Rollstuhlfahrer, wie Europacup Torball der Blinden, Welt- und Europacupbewerbe der Schifahrer. Einen besonderen Höhepunkt jedes Jahr bilden nun schon seit 35 Jahren die Landesbehindertensporttage, woran ein jedes Mal mehr als 200 behinderte Sportler aus dem In- und Ausland zu sportlichen Wettkämpfen eingeladen werden. Seit dem Jahre 1993 finden die inzwischen weltweit anerkannten “Tennis Open” für Rollstuhlfahrer in Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Salzburger Tennisclub und mehreren Sponsoren statt.

 Selbstverständlich erhalten die Leistungssportler und Aushängeschilder unseres Verbandes individuelle Förderungen durch unsere Landesorganisation, was viele der international startenden Salzburger Behindertensportler mit besten Erfolgen zurückgeben. Sie erreichten bei paralympischen Spielen sowie bei Welt- und Europameisterschaften Edelmetall und gute Platzierungen und viele taten sich bei internationalen Wettbewerben mit Spitzenplätzen hervor. Diese Erfolge beruhen in erster Linie auf den guten Leistungen der Sportlerinnen und Sportler, werfen aber auch ein positives Licht auf die Rahmenbedingungen, die von der Landesorganisation mit ihren Vereinen geschaffen wurden und werden.

 Die ehrenamtlich tätigen Spitzenfunktionäre des VSV bzw. Verbandes führen den Verein schon jahrzehntelang. Nach dem Gründungsobmann August Flegl wurde bereits 1979 Roland Prucher zum Obmann gewählt und immer wieder bestätigt. Denselben Zeitraum sind auch Dr. Max Ott und Wolfgang Stieg als Obmannstellvertreter tätig. Im Jahre 1997 wurde in der GV am 21. November der 16 Jahre lang tätige 1. Präsident unseres Verbandes Dr. Franz Neidl zum Ehrenpräsident ernannt und der Direktor der AUVA Salzburg Ing. Dr. Heinz-Peter Böhmüller zum neuen Präsidenten des BSV Salzburg gewählt.

 Zur Entwicklung eines Sportvereines/Verbandes bedarf es immer wieder umfangreicher finanzieller Mittel. Das Land Salzburg unterstützt den Behindertensport von Anfang an mit spürbaren Subventionen und deckt etwa ein Drittel des jährlichen Budgets ab. Weitere Subventionsgeber sind der Österreichische Behindertensportverband, die Stadt Salzburg und eine Reihe von Sponsoren. Seit wenigen Jahren erfährt der Behindertensport im Lande Salzburg eine kräftige finanzielle Unterstützung durch die Fa. Palfinger.

 Das oberste Ziel unseres Verbandes besteht unter anderem darin, behinderte Menschen, die an sportlicher Tätigkeit interessiert sind, an die Sportvereine heran zuführen, ihnen ein möglichst breites Angebot an sportlichen Aktivitäten anzubieten und für barrierefreie Trainingsmöglichkeiten Sorge zu tragen. So bietet unser Verband zusammen mit seinen 16 Mitgliedsvereinen bzw. Sektionen seit Jahrzehnten wöchentlich mehr als 50 Stunden Übungseinheiten in Stadt und Land Salzburg an und dieses breit gefächerte Angebot für Hobby- und Leistungssportler soll in den nächsten Jahren erhalten und ausgebaut werden.

 Dr. Max Ott

Obm.Stv.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.